
Erste Hilfe: So vermeiden Sie die größten Fehler

Erste Hilfe: So vermeiden Sie die größten Fehler
Ein Verkehrsunfall, ein plötzlicher Sturz, ein Herzstillstand – Notfälle passieren oft völlig unerwartet. In solchen Situationen kommt es auf schnelle Reaktionen an. Doch obwohl viele Menschen schon einmal einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben, schleichen sich im Ernstfall immer wieder Fehler ein. Die Johanniter wissen aus Erfahrung, wo die größten Unsicherheiten liegen – und wie man sie vermeiden kann. „Erste Hilfe ist kein Hexenwerk, aber sie will geübt sein“, betont Gregor Lindner, Sachgebietsleiter im Bereich Ausbildung bei den Johannitern in Ostbayern. „Schon kleine Unsicherheiten können im Ernstfall große Auswirkungen haben.“

Zögern vermeiden
Häufig zögern Helfer aus Angst, etwas falsch zu machen, und unternehmen gar nichts. Dabei ist Untätigkeit der größte Fehler, denn jede Hilfe zählt. Wichtig ist es, sofort den Notruf 112 zu wählen und die Anweisungen der Leitstelle genau zu befolgen.
Stabile Seitenlage
Auch bei der stabilen Seitenlage kommt es immer wieder zu Problemen. Ist der Kopf nicht richtig positioniert, können die Atemwege blockiert werden. „Wer den Ablauf regelmäßig übt, gewinnt Sicherheit und handelt im Ernstfall routiniert“, erklärt Lindner.
Herzstillstand erkennen
Ein weiterer häufiger Irrtum betrifft die Erkennung eines Herzstillstands. Wenn jemand auf Ansprache nicht reagiert und man keine Atmung feststellen kann, muss sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden. „Lieber sofort drücken als zögern“, rät der Profi. „Dreißigmal drücken, zweimal beatmen lautet das Schema. Und wer sich unsicher fühlt, kann auch auf die Beatmung verzichten – reines Drücken ist besser als gar nichts.“
Oft werden auch starke Blutungen unterschätzt. Denn ein Druckverband kann Leben retten. „Und ganz wichtig: Die Unfallstelle sichern“, so Lindner. „Eine Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen – erst dann ist es sicher, Hilfe zu leisten.“
Regelmäßige Auffrischung rettet Leben
Viele Menschen haben ihren Erste-Hilfe-Kurs zuletzt bei der Führerscheinprüfung besucht – oft vor vielen Jahren. „Wissen veraltet und Abläufe geraten in Vergessenheit“, warnt Lindner. Die Johanniter empfehlen, das Wissen alle paar Jahre aufzufrischen, um im Notfall handlungsfähig zu bleiben.
So bleiben Sie im Ernstfall handlungsfähig:
- Ruhe bewahren und systematisch vorgehen
- Den Notruf 112 wählen – die Leitstelle gibt klare Anweisungen
- Eigenen Schutz nicht vergessen
- Erste-Hilfe-Material griffbereit halten – zu Hause, im Auto, am Arbeitsplatz
- Erste-Hilfe-Kurse regelmäßig auffrischen
„Jeder kann Leben retten“, sagt Lindner. „Man muss nur wissen, wie – und den Mut haben, zu handeln.“