
75 Jahre Geselligkeitsverein Unter Uns

75 Jahre Geselligkeitsverein Unter Uns
Unter dem Motto „Geselligkeit pflegen – glücklicher leben“ trafen sich Mitglieder, Freunde und Ehrengäste im Pfarrgarten von Maria Waldrast. Wer auf die Chronik blickt, erfährt am nachmittäglichen Treff vom ersten Vorsitzenden Siegfried Walbrunn, wie die Geschichte lebendig werden kann. „Vor 75 Jahren, am 26. Januar 1950, haben 17 Männer in der Gastwirtschaft Strehl den Verein gegründet. Sie wollten nach den schweren Jahren den Menschen wieder Vertrauen und Gemeinschaft schenken. Wir dürfen heute stolz sein, dieses Erbe weiterzutragen,“ sagte er.

Vertrauen, Kameradschaftsgeist und Zusammengehörigkeit
Nach dem Wahlspruch versammelten sich unter dem Gründungsvorsitzenden Johann Braun zahlreiche Mitglieder. Bescheiden planten sie die ersten Veranstaltungen, den Monatsbeitrag legten sie auf zwanzig Pfennige fest. Im Gründerjahr stellte der Verein sogar einen Fasching auf die Beine. Prinz Emil Ellert führte mutig durch die erste Session und sorgte für Begeisterung.
Bald folgte eine Laienspielgruppe, die das Stück „Das schwarze Rößl“ aufführte und den Erlös für den Max-Reger-Brunnen stiftete. Unter Vorsitzenden Georg Schmidt kam 1952 die erste Vereinsfahne hinzu, Schirmherr war Oberbürgermeister Hans Schelter, Fahnenbraut Maria Legat-Heumann und Fahnenjunker Franz Hahn. Für die Jugend gab es eine Tischtennisabteilung.
Die folgenden Jahrzehnte prägte Ignaz Gruber vor allem mit dem Fasching. Mit Prinzenpaar, Hofstaat und Garde gelang es, im Stadtteil West eine eigene Tradition zu schaffen, die auch nach dem Ende anderer Karnevalsvereine wie der „Narragonia“ und der „Narrhalla“ Bestand hatte. Später unter Anton Englert wurde 1980 das 30-jährige Jubiläum in großem Festzelt gefeiert – samt neuer Fahne und Patenschaft der Siedlergemeinschaft Waldrast. Englert führt den Verein auch 1990 ins 40-jährige Gründungsfest. Doch zwei Jahre später verstarb er in Ausübung seines Amtes, das er mustergültig führte.
Nach Englerts Tod übernahm erstmals eine Frau die Führung mit Renate Ade. Wichtigste Aufgabe war für sie die Betreuung der Mitglieder. Zudem wechselte der Verein das Vereinslokal, nunmehr beim VfB Weiden. Sie setzte neue Schwerpunkte auf Fahrten, Gartenfeste und Kooperation mit anderen Vereinen, wie mit dem Vereinskartell Weiden-West, dem Heimatring, der neuen Narrhalla, der Egerländer Gmoi und dem Club Humor Amberg. Das halbe Jahrhundert war ein rauschendes Fest, doch die Coronazeit brachte Stillstand. Seit 2022 leitet Siegfried Walbrunn die Geschicke des Vereins.
Feier mit Andacht und Festreden
Den Auftakt zum Jubiläum bildete ein Ausflug an den Brombachsee. Der Höhepunkt aber war das Fest im Pfarrgarten, eröffnet mit einer Andacht von Pfarrvikar Celestine Thazhupil. „Ein Verein wie ‚Unter Uns‘ ist mehr als ein Zusammenschluss von Menschen. Er ist ein Ort des Miteinanders, wo Vertrauen wächst, wo Menschen Halt finden und das alles im Namen Gottes. Ihr habt 75 Jahre bewiesen, wie wertvoll gelebte Gemeinschaft ist“, sagte der Pfarrvikar nach der Andacht.
Grußworte überbrachte Hans-Jürgen Gmeiner für das Vereinskartell: „Der Verein zeigt, dass Geselligkeit und Verantwortungsbewusstsein Hand in Hand gehen können. Ihr seid ein fester Bestandteil im Vereinsleben von Weiden-West.“ Für den Heimatring sprach Heiner Vierling: „Es ist eine Freude, einem Verein zu gratulieren, der es schafft, Tradition zu bewahren und zugleich offen für Neues zu sein. 75 Jahre bedeuten unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit, dafür gebührt euch Respekt.“ Vierling überreichte im Namen des Dachverbandes ein Geldgeschenk von 100 Euro.
Nach dem offiziellen Teil folgte der gemütliche. Vorsitzender Walbrunn hatte die Gäste zu einer Grillparty mit kostenlosem Umtrunk und Bewirtung eingeladen. „Genau so haben es sich unsere Gründungsväter vorgestellt: zusammensitzen, lachen, feiern, Freude teilen. Das ist unser Auftrag – gestern, heute und morgen.“ Und so klang das Jubiläum in geselliger Runde aus, ein lebendiger Beweis für das Vereinsmotto: Geselligkeit pflegen – glücklicher leben.